Braunschweig – Weststadt

Ein gänzlich inoffizieller Stadtteil-Blog


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Weststadt-Putz: Hinter der Waldorfschule (4) 🗑

Heute war nun der Tag des Weststadtputzes. Ich hatte bei verschiedenen Stellen wie nebenan.de, dem Bürgerverein Weststadt, Cyriakus- und Emmaus-Gemeinde, Johannitern und THW, internationalem Männertreff über Herrn Jasmin Kruškić nachgefragt, ob sich vielleicht ein paar Leute beteiligen wollen; Antwort erhielt ich keine. Da mein Neffe dann doch lieber am Familienurlaub (hatte ihm wohl niemand Bescheid gesagt 😉) als am Waldputz teilnahm war meine Aktion dann doch eine One-Man-Show.

Vielen Dank noch an Alba für den überlassenen Greifer und die Handschuhe, die ich vom letzten Stadtputz noch hatte, sowie an Christoph für die geliehene Schubkarre, die mit gute Dienste tat.

Ziemlich pünktlich gegen 07:30 Uhr legte ich los, gleich am Eingang in das Wäldchen vom Parkplatz Ludwig-Winter-Straße aus gab es eine Menge aufzusammeln, eine Abschätzung, wie viele Bolchenpapierchen man auflesen muss, um einen Müllsack zu füllen, habe ich ja anderenorts schon mal hinterlassen. Nach einer „gründlichen oberflächlichen Reinigung“ dort befreite ich zunächst die Wegränder am Fahrweg hinter der Waldorfschule, dann drang ich auch tiefer ins Unterholz ein, hier mein Weg.

Ich sammelte:

Bolchenpapier, Kaffee-Trinkbecher, Einkaufstüten (teils mit jeder Menge Müll und sicherlich absichtlich im Gebüsch „versenkt“), Glasflaschen in allen denkbaren Größen und Erhaltungszuständen, Tetra-Packs, eine Amateur-Teigknetmaschine, andere Küchenkleingeräte mit mir oft rätselhafter ehemaliger Funktion, Spritzen, ½ Dutzend aufgeschnittener Fahrradschlösser (ist das ein Umschlagplatz für geklaute Drahtesel?), Zigarettenschachteln, 1 mehrere Kilo schwerer Stahlring, Kronkorken, Plastik-Getränkeflaschen, viieele Capri-Sun-Tüten (man sollte den Verkauf des Zeugs an Kinder verbieten), Tempotücher, Getränkedosen, Bananenschalen, Zeitungen, Gebrauchtwagenhändervisitenkaren (reicht es denn nicht, wenn sie diese Interessebekundungen an die Auto-Seitenscheibe klemmen?), Q-Tips, Strohhalme, 1 Scheibenwischer, 1 verbeultes Handy, Sprühdosen, Möbelteile, vieles Andere mehr. Insgesamt habe ich während meiner gut 4-stündigen Aktion wohl 100 … 150 l Müll aufgesammelt, eigentlich wollte ich das nach Watenbüttel zur Müllannahme bringen, war aber zu spät dran. Also Müll in städtischen Müllsäcken und Restmülltonne (Chipabrechnung) entsorgt, das war deutlich teurer.

Photos

(wegen der Dunkelheit im Wald oft grisselig unscharf)

 

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2 Passantinen sprachen mich an. Eine wollte wissen, was ich da mache, fand das toll, berichtete von eigenen ähnlichen Bemühungen. Die andere wollte eine Zigarette schnorren.

Ach ja, eine Zecke auf dem Rücken brachte ich (trotz Einsprühens) mit nach Hause, die mir Martina dann in einer langwierigen Not-OP „amputieren“ musste.

Erkenntnisse und Schlussfolgerungen

Die üblichen Discounter-Müllbeutel (60l(?) mit Zug zum Verschließen) mit sind nicht stabil genug. Besonders das Immer-Wieder-Anheben-und-Absetzen setzt ihnen bei spitzigen Inhalt zu. Werden sie auf einer Schubkarre umhergefahren sind sie ausreichend.

Im Unterholz sind die großen Müllsäcke zu unhandlich, besser wäre ein 5-Liter-Eimerchen, dass man dann immer wieder in den Müllbeutel auf der Schubkarre entleert.

Brennnesseln und Rosen verteidigen Müll in ihrer Nähe mit verbiesterter Hartnäckigkeit.

Meine Mitgliedschaft im Bürgerverein habe ich erst mal wieder gekündigt. Damit will ich nichts Grundsätzliches gegen deren Arbeit sagen. Aber wenn ich Handball spielen will werde ich Mitglied in einem Handballverein (oder Sportverein mit Handball-Sparte, klaro!), nicht in einem Fußballverein. Und beim Bürgerverein weiß ich doch nicht recht, ob unsere gemeinsamen Interessen über „irgendwie Weststadt“ hinaus gehen.

Das Marketing für die Aktion ist verbesserungsfähig. Ich schreib‘ mal ein Berichtchen für unser Weststadt-Blatt über die heutige Aktion und versuche, für einen Wiederholungstermin im Spätwinter einen Terminhinweis dort unterzubringen.
@Neffe, was hältst Du vom 10.03.2017? Bist Du eigentlich gegen FSME und Tetanus geimpft?

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R. Bielefeld

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Paten-Taten – 2

Das Kerngeschäft: Gartenarbeit …

Weiße Blüten und Papiertücher

Martina beackert weiter ihren (unseren) „Paten-Garten“, ich helfe gelegentlich, hauptsächlich mit Gießkannen-Schleppen. Eher ein Privatvergnügen, auch wenn Unrat-Raussammeln (Auf dem Bild: 2 Papiertücher) wohl die Hälfte der investierten Arbeitszeit schluckt.

… und Hochspannungspark-Pflege

Ursprüngliche „Patenfläche“

Mein Hobby ist bekanntlich das Sauberhalten des Grün- und Gebüschstreifens diesseits des Parkplatzes vor meinem Bürofenster. Das ist insgesamt weniger aufwendig als zunächst gedacht, ein bisschen vielleicht natürlich auch deshalb, weil die Vegetation im Sommer manches gnädig abdeckt. Ich komme mehrmals die Woche dort entlang, sammle die eine oder andere Kleinigkeit (Bolchenpapier, leere Zigarettenschachteln und Trinkbecher, Bäcker-Papiertüten, sonstige Verpackungen, Hundekacketüten mit Hundek…. auf, und so sieht das Areal meistens „picobello“ aus. Ich konzentriere meine „guten Taten“ einfach deutlich auf dieses Gebiet.

Neu: Erweiterungen

Da das weniger Arbeit macht als erwartet habe ich meine „Patenfläche“ noch etwas erweitert („\\\\“-Schraffur). Bei der Kinderspielplatzfläche (bei Hausnummer 16) schaue ich gelegentlich nach und sammle Kleinkram auf, und gelegentlich muss ich notgedrungen Müll aus dem Mülleimer umräumen, ein paar Meter weiter in einen öffentlichen; irgendwie scheint mir die Leerung des Kinderspielplatz-Mülleimers nicht ganz eindeutig geklärt.

Und dann schaue ich noch öfters bei der Sitzbank am Hochspannungspark-Weg („\\\“-Schraffur-Insel) vorbei und mache etwas „klar Schiff“. Ich sehe die aus meinem Bürofenster und habe festgestellt, dass die Bank ein recht beliebter Treffpunkt und „Besinnungsort“ ist.

Klönschnack-Päuschen

Ich sah schon Radfahrer aus verschiedenen Richtungen „anreisen“ und dort eine Weile zusammen sitzen und sich unterhalten (sieht man am Gestikulieren). Vor wenigen Tagen kamen 2 Frauen (Mutter & Tochter?), eine im Rollstuhl, eine schob, und dann saßen die beiden sicherlich eine Stunde dort (eine im Rollstuhl, eine auf der Bank), redeten miteinander, schauten sich um, … .; rechts auf dem Photo eine typische Situation. Ein beliebtes schönes Plätzchen!


R. Bielefeld


Ein Kommentar

Ich gründe eine Bürgerwehr … 😉

Alsterplatz, 09.05.2017

… mit der sich die Bürger wehren — gegen die Vermüllung ihres Lebensumfelds, und gegen die verbreitete Achtlosigkeit gegenüber diesem Missstand. Oder was dachtest Du?  😉

Leider ist es wohl tatsächlich so, dass die Probleme mit achtlos in die Landschaft entlassenem oder teilweise sogar mit krimineller Energie dort deponiertem Müll in der Weststadt größer sind als in anderen Stadtteilen Braunschweigs. Es gibt hier viele Gegenden, wo alle paar Meter eine leere Zigarettenpackung, ein Trinkbecher, eine zerbrochene Glasflasche oder ein „Häufchen“ liegt. Als „Zugezogener“ aus dem Östlichen Ringgebiet hatte ich schnell den Eindruck, dass hier in der Weststadt mehr Unrat im öffentlichen Raum herum liegt, und es ist nicht nur „ein Gefühl“. Medien, Bezirksrat und wahrscheinlich auch andre Institutionen sind auf die Problematik aufmerksam geworden. Ich habe mal angefangen, eine „Schmuddelecken-Karte“ zu erstellen, musste aber feststellen, dass es leider derzeit wohl einfacher wäre, unbelastete Orte zu „sammeln“ 😉. Hier ein paar Eindrücke!

Die Ursachen sind vielfältig und müssen geduldig und systematisch ermittelt und beseitigt werden —  das wird dauern.

Für Ungeduldige gibt es aber eine Möglichkeit, sofort erfolge zu erzielen. Einfach Anpacken, Wegräumen, und schon sieht es dort viel freundlicher aus. Zum einen kann jeder immer mal wieder ein Fizzelchen Müll in der Landschaft aufheben und ein einen Abfalleimer werfen – als tägliche Gute Tat. Wenn genug Menschen mitmachen — auch jetzt schon begegnen mir gelegentlich Gleichgesinnte —  bringt das einen sichtbaren Erfolg, und mit etwas Glück macht das gute Beispiel Schule. Wer anderer Leute Dreck aufhebt wird selbst wohl keinen mehr einfach in die Landschaft fallen lassen.

Queckenberg-Wäldchen 22.04.2017

Für manche „Härtefälle“ wird solches Klein-Klein aber nicht reichen. Da müssen ein paar Leute gemeinsam anpacken und immer mal wieder einen punktuellen Mini-(West-) Stadtputz organisieren. Das möchte ich anschieben, und dafür suche ich ein paar Gleichgesinnte. Womöglich gibt es schon ähnliche Initiativen, bei denen ich einfach nur mitmachen kann?

Gemeinsam lassen sich hoffentlich auch einige „Randbedingungen“ verbessern:

  • Vielleicht
    • können wir die Presse für Berichterstattung gewinnen, so bekannter werden
    • lässt sich Alba überzeugen, dass wir den Müll von solchen Weststadtputz-Aktionen gratis abliefern dürfen
    • ist ein Sponsor für ein paar Müllgreifer zu gewinnen? Ab dem 200sten Bolchenpapier wird das Bücken mühsam, eine Greifzange leistet für solchen Kleinkram gute Dienste
    • auch auf andere Weise zusammen die Arbeit effektiver und auch befriedigender gestalten. Wenn man allein werkelt, ist es viel schwieriger, einen sichtbaren und dauerhaften Erfolg zu erzielen, als wenn ein paar Leute zusammen anpacken.
    • mal „ganz legal“ eine Donauknoten-Verkehrsinsel vom Müll befreien (aus Sicherheitsgründen werden dort zwischen Fahrbahnen und Straßenbahnschienen herumspringende Personen ungern gesehen)?
    • Termine mit Städtischer Reinigung koordinieren, so dass ein möglichst gleichmäßiger Reinigungs-Takt eingehalten wird.

Und nach getaner Arbeit bei einer Grillwurst mit Bierchen oder ähnlicher Stärkung zusammen zu sitzen und ein paar Höhepunkte und Spitzenleistungen des Tages noch einmal zu besprechen könnte doch auch Spaß machen.

Wer Lust hat mitzumachen (oder bereits aktiv ist) melde sich doch bitte einfach mal per Kontaktformular (nicht öffentlich sichtbar) oder Kommentar, und dann machen wir mal die eine oder andere Aktion zusammen. Ich habe da schon etwas für Juli im Auge, dazu in Kürze mehr.



2 Kommentare

Paten-Taten

Das Kerngeschäft

Martina — ihr grüner Daumen ist nur mit dem kleinen Balkongarten nicht ausgelastet — hatte ja schon die Arbeit in unserem „Paten-Garten“ aufgenommen.

Schraffiert: okkupiertes Patenland

Das „Areal“ ist für 2 zum Austoben doch etwas zu klein, so habe ich meine Idee wieder aufgegriffen, den Grün- und Gebüschstreifen diesseits des Parkplatzes vor meinem Bürofenster zukünftig im Auge und einigermaßen Unrat-frei zu halten – Auch wenn mir der direkte Blick darauf schon bald von den Bäumen vor dem Fenster versperrt sein wird.

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