Braunschweig – Weststadt

Ein gänzlich inoffizieller Stadtteil-Blog


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Streik: Keine Busse und Straßenbahnen am 12.04.2018

Ich hatte schon davon gehört, war aber nicht ganz sicher, wie definitiv das schon ist, hoffte auf Einigung in letzter Minute. Es scheint aber Ernst zu werden:

Wer fit genug ist, nimmt halt einfach das Fahrrad.

Wer nicht Fahrrad fahren kann steht auf dem Schlauch.

Es gilt mein Hilfsangebot von nebenan.de, auch mal einen kleinen Schlenker zu fahren, um jemanden einzusammeln, oder gar eine Extrafahrt zu machen (das ich selbst nicht wiederfinden kann), und Michael Beese hat dort auch schon etwas angeleiert.

Eine effektive Selbsthilfe erfordert aber eine gewisse Organisation, damit Anbieter und Sucher von Mitfahrgelegenheiten auch zusammenkommen. Mir fällt da die Aktion Roter Punkt ein, ich finde, wir sollten das Symbol für unsere Aktion nutze: Autofahrer, die bereit sind, Leute mitzunehmen, haben einen (Weststadt-) Roten Punkt an einer heruntergeklappten Sonnenblende, wer spontan eine Mitfahrgelegenheit sucht, stellt sich als Anhalter an die Straße und zeigt ein Kärtchen mit einem roten Punkt. Wer druckt rote Punkte? Wo liegen welche aus (Treffpunkte, KWP, Läden, …)? Aktion bekannt machen an den Nachbarschaftstreffpunkten, … !

Für Leute, die sich nicht auf ihr Glück verlassen möchten, bräuchten wir auch eine Spontan-Mitfahrbörse. Die üblichen wie BlaBlaCar unc Co. kosten oft etwas, Hauptnachteil ist aber, dass sie nicht für innerstädtische MFG ausgelegt sind. Das wird mühsam. Vielleicht finden wir aber 1-3 Leute, die das für die Weststadt Übernehmen könnten (Telefondienst), Ausrüstung haben, um ein paar verschiedene Kanäle im Auge zu behalten und Leute zusammenzubringen?

Nebenan.de: Ich wüsste nicht, dass es dort geeignete Möglichkeiten gibt, Sucher und Bieter zusammenzubringen, normal-Diskussionen sind viel zu unübersichtlich.

Usenet oder Mailingliste: Könnte als Notbehelf klappen, ein Thread „Biete“ und ein Thread „Suche“ wäre eine Minimalorganisation. Beispiel:

  • Busse Streiken am Donnerstag
    • Biete
      • 17:00 Uhr von X-Straße 58  nach Y-Straße 20 Kontakt Tel …
        • Ich bin a.b. Nimmst Du mich mit?
        • ✅ Yupp, sei bitte pünktlich an unserer Haustür!
      • 12:45 Uhr von … nach
    • Suche
      • 08:30 Uhr …

Ich starte mal einen Thread auf braunschweig.allgemeines.

Meinetwegen können wir das mit gleichartigen Strukturen auch hier im Blog mit der Kommentarfunktion versuchen, ich biete unten mal eine Fahrgelegenheit an.

Der Weststadt-Rote-Punkt (Druckvorlage)

Vielleicht könnte auch bs-west.de mit Infrastruktur dienen? Keine Ahnung!

Man könne (für Weststädter) auch ein paar zentrale Sammelpunkte vereinbaren (Donauknoten-Trafohäuschen, Lehmanger-Haltestellen, Sonstige Bushaltestellen vorzugsweise mit  Haltebucht), wer in die Stadt will, stellt sich einfach dort hin (mit Weststadt-Rotem Punkt), wer in die Stadt fährt, gurkt dort vorbei, sammelt Leute ein.  Wer aus der Stadt nach Hause will, steht am Europaplatz (Bushaltestelle), Rathaus (Bushaltestelle vor der Landessparkasse), noch 1 … 3 günstig gelegene Punkte.

Sonstige Ideen?

Als Kommentar stelle ich ein Beispiel für ein Mitfahrangebot ein, hier aber bitte ausdrücklich noch keine konkreten Gesuche oder Angebote einstellen, sondern nur Ideen diskutieren. Sollte der Blog als Mitfahrerbörse genutzt werden sollen (Nachteil: Erstkommentare müssen freigeschaltet werden), stellen wir dazu extra-Startbeiträge ein, oder ich öffne einen Extra Streik-MFG-Blog (evtl. die eleganteste Lösung). Wer sich beteiligen will bekommt Editorenrechte.

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Blindenausrüstung für Ampel an der Donaustraße kommt 🚦

Es lohnt sich, ein Ziel zu verfolgen, statt sich mit einem unbefriedigendem Ist-Zustand abzufinden!

Im „Schaufenster“ der Geschäftsstelle

Bei der Bezirksratssitzung im November 2017 wurde über den Bezirksrat beantragt, für den Fußgängerüberweg Donaustraße – Lechstraße eine Blindenfunktion an der Ampel nachzurüsten. Das wäre auch deshalb wünschenswert, weil der Blindenverein direkt dort ab 2018 seine Geschäftsstelle haben wird.

Zusätzlich schilderte eine Zuschauerin mit „eingeschränkter Mobilität“ ihre Probleme, an diesem Überweg die Straße innerhalb einer Grünphase zu überqueren.

Gestern Abend bei der Bezirksratssitzung hörte ich in den Berichten der Verwaltung, dass das 2. Problem voraussichtlich im Frühjahr 2018 bei der Einrichtung der Blindenfunktionalität für die fragliche Ampel „in einem Aufwasch“ mit erledigt werden soll. 🙂

Und heute sah ich gegen Mittag Firma Bellis an der Ampel arbeiten, telefonische Rückfrage ergab, dass dort tatsächlich gerade die Arbeiten für die Blinden-Funktionalität laufen, sie wollen mich noch anrufen und mir weitere Details (Fertigstellungstermin, …) mitteilen, mehr Informationen dann voraussichtlich in der Maiausgabe der Weststadt aktuell!

 


R. Bielefeld


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Wunschgroßeltern – eine Erfolgsgeschichte

In unregelmäßigen Abständen stellt das  Mütterzentrum in der Weststadt aktuell (beispielsweise Dezember 2017, Seite 13) Flüchtlings-Kinder vor, die zwar hier ein neues Zuhause fanden, denen aber Großeltern fehlen. Der Verein hilft bei der Vermittlung von „Wunschgroßeltern“ die dann diese Lücke im Leben der Flüchtlingskinder füllen. Im folgenden — auch wenn es keine originäre Weststadt-Geschichte ist — eine der vielen Erfolgsgeschichten, die das Projekt für sich verbuchen kann, nämlich der …


Foto: D.+D. Scharf. Weiterverwendung nur mit Ausdrücklicher Genehmigung!

Bericht der Wunschgroßeltern Dagmar und Dirk Scharf:

Seit fast 2 Jahren sind wir – auf Wunsch eines jungen Ehepaares – Wunschgroßeltern der beiden liebenswerten Kinder Amelie (jetzt 7 Jahre alt) und Ben (jetzt 5 Jahre alt) geworden, vermittelt durch Frau Dippel vom Mütterzentrum Braunschweig e. V..

Wie wir darauf gekommen sind? Unsere Enkelkinder, die inzwischen zur Schule gehen, wohnen in Rostock und das ist auch nicht gleich um die Ecke, wir sehen sie also nur noch sehr selten. Das brachte uns dann über einen Freund, der Wunschopa über das Mütterzentrum geworden ist, auf die Idee, ebenfalls dort nachzufragen, ob die Möglichkeit besteht, Wunschgroßeltern zu werden. Frau Dippel unterbreitete uns drei Vorschläge, wir entschieden uns für Amelie und Ben, die in Waggum wohnen. Da wir in Abbesbüttel leben, gleich nördlich der Stadtgrenze von Braunschweig, war das ideal für uns, wir wohnen nur 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt voneinander.

Foto: D.+D. Scharf. Weiterverwendung nur mit Ausdrücklicher Genehmigung!

Beim Kennenlerngespräch im Mütterzentrum haben beide Seiten sofort gewusst: das passt. In der Regel treffen wir uns ein Mal in der Woche, manchmal auch häufiger. Dann holen wir sie meistens aus dem Hort (Amelie) bzw. Kindergarten (Ben) ab – dabei ist es immer schön zu erleben, wie sie sich freuen, uns zu sehen. Und das, obwohl sich unsere Art zu leben doch ein wenig von der unterscheidet, die sie bisher kannten.

Was wir mit ihnen unternehmen? So Einiges, jeweils abhängig von Jahreszeit, Wetter und der Zeit, die uns zur Verfügung steht. Dabei muss es nicht immer etwas Großartiges sein. Wir gehen in unseren Garten und spielen oder/und arbeiten dort wie z. B. Beete für die Kinder anlegen, Rasen mähen, Blumen pflanzen und gießen, Himbeeren und Johannisbeeren ernten, Kürbiskerne stecken und beobachten, wie sich die Kürbispflanzen entwickeln usw. Wir besuchen den Schulgarten in Braunschweig und zeigen den beiden die verschiedenen Blumen, Bäume und Sträucher, vergnügen uns auf Spielplätzen, basteln zu Hause und backen Brot und Brötchen, gehen zum Schwimmen ins Frei- oder Hallenbad. Wir beobachten die Schiffe auf dem Mittellandkanal und füttern die Ziegen in unserer Nachbarschaft. Und immer versuchen wir dabei, den beiden Enkeln „die Welt zu erklären“. Hier ist vor allem Ben immer wieder sehr neugierig; am liebsten würde er alle technischen Geräte zumindest auseinander nehmen – ob auch wieder zusammen setzen? Amelie bastelt dagegen lieber, wobei sie der Oma auch gelegentlich beim Nähen mit der Maschine hilft und sich über das Ergebnis der Bastelei freut bzw. darauf auch ein bisschen stolz ist. Schließlich haben sich beide daran gewöhnt, dass man statt Fernsehen sich auch Geschichten vorlesen lassen kann.

Foto: D.+D. Scharf. Weiterverwendung nur mit Ausdrücklicher Genehmigung!

Ab und an übernachten Amelie und Ben bei uns, wobei Ben vor dem Einschlafen in seiner Kuschelecke auch schon mal sagt: „Du kannst jetzt gehen“. Natürlich muss die Tür dann offen bleiben und das Licht im Flur brennen.

Nicht gewohnt, viel zu laufen, haben sie doch eine 10-km-Wanderung durch den Harz – Ben zu großen Teilen auf dem Laufrad – geschafft. Anreize: für Jeden ein Stempelbuch, in das an bestimmten Stellen im Harz Stempel eingetragen werden; das Luchsgehege bei den Rabenklippen; Himbeeren gleich vom Strauch essen; Lieder singen; Picknick.

Ein weiteres größeres Projekt war, dass beide bei uns das Skilaufen gelernt haben, zunächst auf der Rathauswiese und dann am Wurmberg in Braunlage, erst aus Sicherheitsgründen am Seil, später ohne. Die Krönung war zwei Monate später ein Winterurlaub mit den Eltern in Nauders: es war eine Freude zu sehen, wie sie die Pisten beherrschten, ob blaue, rote oder schwarze (aufsteigende Schwierigkeit/Steilheit), wie sie sehr schöne Bögen fuhren („Pizza-Stil“ = Schneepflug) oder auch Schuss fuhren („Pommes-Stil“ = geradeaus). Wenn es zu schwierig wurde, hat sich allerdings Ben mit seinen erst vier Jahren gern helfen lassen (Fahren zwischen den Beinen oder am Seil) – das war dann für den Wunschopa ein sehr schönes Gefühl, nämlich das Vertrauen, dass ihm von Ben entgegen gebracht wurde.

Mit Amelie und unserem Enkel Hans haben wir einen einwöchigen Urlaub auf einem Bauernhof in Brandenburg verbracht, auf dem es viele Streicheltiere gab, aber nicht nur zum Streicheln, sondern auch zum Füttern. Beide haben dabei noch ein Bäuerin-/Bauer-Diplom erworben. Und eine eintägige Radtour – natürlich mit einigen Pausen – haben wir unternommen: sie waren stolz, eine so lange Strecke geschafft zu haben.

Foto: D.+D. Scharf. Weiterverwendung nur mit Ausdrücklicher Genehmigung!

Das Bild runden gemeinsame Feiern mit den Eltern wie Grillnachmittage, Geburtstage, Einschulung, Adventsfeiern usw. ab.

Wir denken, dass alle Seiten profitieren: Die berufstätigen Eltern werden etwas entlastet und ermöglichen ihren Kindern den häufigeren Umgang mit älteren Personen (die eigenen Großeltern wohnen auch ziemlich weit entfernt in NRW). Die Wunschenkel lernen, dass Manches in anderen Familien anders funktioniert als zu Hause. Und schließlich bleiben die Wunschgroßeltern ein wenig länger jung.

 


Wir von der Weststadt aktuell hoffen, unsere Terminhinweise und auch dieser Bericht regt als Wunschgroßeltern in Frage kommende Leser an, darüber nachzudenken, das auch mal zu versuchen. Sie können sich Erfahrungen und Tipps bei gestandenen Wunschgroßeltern bei regelmäßigen Wunschgroßeltern-Stammtischen einholen, oder sich zunächst auf der Homepage des Mütterzentrums informieren:

 

 


R. Bielefeld